Mittwoch, 6. Januar 2010

Mauritius

... wie es dazu kam ...


Blick vom SP Le Pource auf den Kamm der Pieter Both Range

Mauritius war für uns keine Destination der freien Wahl. Wir wollten über Weihnachten und Neujahr nach Hawai zum Fliegen fliegen. Den Flug hatten wir sehr günstig, ein Quartier fanden wir jedoch nicht. Dann kam bei der Internetrecherche auch noch irgendwie der Eindruck auf, daß sogar deutschsprachige Länder ein ultraliberales Gegenstück zu Hawai darzustellen schienen - das gab Hawai als Destination den Rest. Also wollten wir das Reisebüro beauftragen, uns woanders etwas anzubieten, wo man aber nett GS-Fliegen konnte. Damit waren sie überfordert, also fragten wir um "irgendwas", was angesichts des geringen Zeitabstands zu Weihnachten hin ohnehin schon schwierig genug war. Das Reisebüro kam unter anderem mit Kuba und Mauritius als Vorschlag. Unsere Recherchen im Internet ergaben für beide Inseln nichts wirklich Überzeugendes, also ließen wir die Familienangehörigen entscheiden - diese wählten Mauritius.

Einheimische Piloten ( daß es solche gab war schon ein erster Lichtblick ) nannten uns einige Startplätze per Mail. Das Studium der Karten ergab, daß diese mehr oder minder alle in einer Reihe an der Westküste lagen, und unser Urlaubsort ziemlich genau in der Mitte - das paßte gut. Die Nachforschungen bei "wetteronline.de - Rückblick" ergaben jedoch, daß der Wind schon mindestens ein Monat lang jeden Tag aus Ost ( meist etwas südlicher als Ost, manchmal etwas nördlicher als Ost ) blies. Das paßte igendwie gar nicht zu de Startplätzen. "Erfahrene Inselflieger" ( anderer Inseln ) beruhigten, daß man auf Insel prizipiell im Lee fliegt, das also nichts besonderes sei. Ein Vergleich mit anderen Inseln in topographischer Hinsicht ergab jedoch, daß Mauritius eher flach war und deshalb waren wir bzgl. der Leefliegerei dort etwas skeptisch. Zur Not würde es halt doch ein Bade-, Erholungs-, Tauch-, Schnorchel-, Familien-, oder was-weiß-ich-was-Urlaub werden und die Fliegerei diesesmal zu kurz kommen ...

WETTER I - allgemein

Abendstimmung an der Ostküste

Recherche:

Vorweg recherchierte ich bei http://www.wetteronline.de/Afrika.htm ( KLICKE "indischer Ozean", KLICKE "Mauritius", KLICKE "Plaisance", KLICKE "Rückblick", wähle "Windspitzen, Windstärke, Windrichtung" und den jeweiligen Zeitraum und KLICKE "Go" ) und fand raus, daß der Wind sozusagen immer aus östlichen Richtungen kam. Dann wurde ich von Freunden darauf aufmerksam gemacht, daß Wirblstürme gerade vorbeigezogen oder vorhergesagt waren. Bezüglich der Wirbelstürme fand ich raus, daß eine Wahrscheinlichkeit von 1,3 Wirbelstürmen pro Dezember und 2,7 Wirbelstürmen pro Jänner gegeben war, also 4 in 2 Monaten, also einer in vierzehn Tagen und genau so war es dann auch: Wir waren 14 Tage dort und erlebten einen Wirbelsturm mit den dazugehörenden Winden und sonst kam der Wind immer aus östlichen Richtungen.

Einschränkung:

Obwohl die Klimatabellen für Mauritius jahrein-jahraus sehr ähnliche Werte anzeigen bin ich mir ziemlich sicher, daß das Wetter doch gerade in Bezug aufs GS-Fliegen nicht ganzjährig einheitlich sein wird. Deshalb kann dieser Erfahrungsbericht wenn schon, dann nur über den Zeitraum, den wir dort verbracht haben Aufschluß geben, das war vom 25. Dezember 2003 bis zum 8. Jänner 2004. Und vielleicht ist es nächstes Jahr dort trockener, nasser, windiger oder windloser um diese Zeit ... Was ich damit sagen will - es baut auf der Erfahrung einer Urlaubsreise auf, ich lebe nicht dort und so sollte es gesehen werden, als Indiz und nicht als Erkenntnis.

Das Erscheinungsbild:

Die Insel ist etwa 40 km (O-W) und etwa 60 km (N-S), gleichmäßig eierförmig in seiner Flächenausdehnung und wie ein sehr flacher Chinesenhut in seiner vertikalen Form. Daraus ragen wie Verzierungen ( Gamsbart und Almrauschbüschel ) beinahe überall Berge, in der Regel mit Gipfeln 500 bis 600 m über NN, etliche 800 m über NN. Der Süden hat einige mehr davon und ist auch insgesamt höher, der Norden ist insgesamt bergloser und auch sonst flacher. Die markanteren Berge sind eher auf der Westseite als auf der Ostseite angesiedelt.

Der Wind:

Der kam überwiegend aus dem Osten und hatte meist eine ideale Stärke. Einen Tag lang war er dann eher doch zu stark. Die Tage des Zyklondurchgangs beschreibe ich unter "Der Zyklon". Die Windstärke läßt sich an der angeströmten Ostseite sehr gut am Meer erkennen. In der Regel bleiben die Schaumkronen außerhalb des Riffs, daß die Insel fast vollständig umgibt. In der Lagune gibt es so gut wie keine Schaumkronen - der Wind ist dann nahezu idealst für dynamisches Fliegen, zunehmend mit thermischen Einlagen, so wie der Tag voranschreitet. Zeigen sich die Schaumkronen dann in der Lagune oder sogar viele, dann gehts ans vorhaltende Fliegen bzw. fliegen mit Beschleuniger. Das Starten ist dann bereits bei Höhen ab etwa 70 m über NN möglich, das Landen am Meeresufer noch ganz ok, das beschleunigte Fliegen insofern nicht extra gefährlich, da die Ansrömung sehr laminar erscheint. Bleiben auch außerhalb der Lagune die Schaumkronen weg, dann wird der Tag in der Regel sehr vorzüglich thermisch nutzbar, was aber auch heißt, daß nicht ab dem Morgen in der Luft geblieben werden kann, sondern nur wie bei uns an thermischen Tagen etwa ab Mittag. Die Einschränkung zu dieser einfachen Betrachtung des Windes liefert die Feuchtigkeit.

WETTER II - Feuchtigkeit

Am Mt. Bambou: vor dem Grat wird geflogen, hinter dem Grat wird geregnet ;-))

Diese scheint mir mal primär überregionaler Herkunft zu sein (Luv), um dann noch durch die der Insel ergänzt zu werden (Lee). Ersterer kann man kaum ausweichen, der zweiteren schon: man muß ja nur zur angeströmten Küste der Insel fahren (Luvküste).

Die überregionale Feuchtigkeit:

Kaum ausweichen sage ich deshalb, da es an der vorwiegend angeströmten Ostseite mir schon so scheint, daß im mittleren Bereich auch bei ziemlich starker Ankunft von Wolken vom Meer aus ein Mix aus Sonne und Schatten erhalten bleibt, aus dem es örtlich kaum regnet, während im Norden, als auch im Süden der Ostküste Niederschläge deutlich sichtbar niedergehen. Durch die relative Niedrigkeit des Geländes und dem Fehlen anderer, mit denen der Luftraum zu teilen wäre, kann man in den ankommenden Wolken mit sehr schönen Steigwerten aufdrehen, oben aus der Wolke nach vorne rausfliegen. Hinter einem verdunkelt sich die Wolke, zieht über den Grat ins Landeinnere und regnet nicht selten gleich mal ab - dort, weiter hinten, nach dem Grat ... Im beschränkten Maße kann man Niederschlägen auch horizontal ausweichen - das hängt vor allem vom Gratverläufen und Wolkenkurs ab. Das Fliegen in der Nähe von abregnenden Wolken ist bei Weitem nicht das, was man aus den Alpen kennt, sondern kann noch weit moderater gehandhabt werden, als das zB. die slowenischen Piloten in ihrem Gebiet machen. Man kann auch vor einer Wolke, der man das baldige Abregnen ansieht, einlanden, etwas Unterschlupf suchen und eine halbe Stunde später bei schönstem Sonnenschein wieder rausstarten. Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, daß wir bei unserer Fliegerei auf der Insel jeden Tag mit Regen konfrontiert gewesen wären, sondern es gab durchaus auch sehr trockene Tage. Insgesamt ist es jedoch schon so, daß das Wetter sehr schnell abläuft und Regen, als auch Sonnenschein praktisch jeden Tag irgendwie vorkommt, mal das eine, mal das andere markanter.

Die lokale Feuchtigkeit:

Primär am Morgen ist sie inselweit sehr wenig vorhanden. Dadurch können dann die Osthänge der Berge der Westseite der Insel beflogen werden. Gibt es um etwa 7 Uhr noch aufsteigendes Hangkondensat, ist um etwa 8 Uhr die Kondensationsbasis bereits höher als die Gipfel und können diese Gipfel bereits zwischen 8 und 9 Uhr morgens genüßlichst thermisch überhöht werden. Nun hängt es von der Feuchtigkeit der zufließenden Meeresluft und des Inselbodens ab, was weiter geschieht. Herrscht viel Feuchtigkeit vor, kommt es bereits um 11 Uhr zu starken Überentwicklungen mit mitunter kräftigen Regenschauern. ( In diesem Fall kann man nur an die angeströmte Küstenseite der Insel wechseln - siehe oben ). Herrscht trockene Luft vor, wird die Thermik über die Mittagszeit kräftiger und turbulenter und weicht ab der Mitte des Nachmittages dem thermischen Zustand, den man vermutlich als "Magic Air" bezeichnet, nämlich umfassendes Steigen mit Steigwerten zwischen 0,5 und 2 m/s, beinahe wie "Schweben fix aufgehängt". Die Abwindzonen scheinen dann kaum mehr zu existieren, über den Graten und Gipfeln steigt man dann zwar noch besser als über den Becken und Täler, aber eigentlich steigts fast übersall. Und dieser Zustand währt dann schwächer werdend bis zur Dunkelheit, die etwa zwischen 18 und 19 Uhr einsetzt.

WETTER III - der Zyklon

Der erste „direkt“ anrückende Regenbalken des beginnenden Zyklons

Landung vor der zweiten Regenstaffel – dieser Regen floß dann im Strömen und endete erst 2 ½ Tage später

Tatsächlich kam dann auch noch ein Wirbelsturm während der Zeit, in der wir dort waren, an der Insel vorbei. Sein Zentrum passierte die Ostküste in etwa 50 km Abstand, seine Stärke war mit Stufe 2 vorausgesagt, erreichte dann für kurze Zeit doch Stufe 3, insgesamt also ein eher zahnloserer Vertreter seiner Spezies. Für uns bedeutete das einerseits Abstriche beim Fliegen, andererseits Erfahrung von Angesicht zu Angesicht. Ich beschloß so lange wie möglich "in den Zyklon hineinzufliegen" in dann aus einer sicheren Beobachtunsposition zu beobachten und so bald als möglich "aus dem Zyklon herauszufliegen". Die Ostküste war besser, dort würde er intensiver sein, wir wohnten jedoch an der Westküste. Ein passendes Objekt, die Ruine eines Steinhauses war gleich ausgemacht, dagegen stand nur, daß im Katastrophenfall mit Stufenerhöhung die Straßen gesperrt würden. Die Einheimischen sagten, daß würde nur so sein, daß es in immer kürzeren Zeitabständen immer intersivere Niederschlägen geben würde, dann begleitet von immer stärkeren Winden und das Ganze dann wieder abflauen werde und hinter dem Zyklon die Niederschläge rarer würden und der Wind von der "verkehrten" Richtung ( = Westwind ) blasen würde. Als es dann Ernst wurde waren nur noch Böenspitzen von etwa 90 kmh angesagt, also eigentlich nichts anderes als ein Kaltfrontdurchgang im Salzburger Flachgau, bloß von längerer Dauer. Ich flog dann in "meinem Trockengebiet" an der Ostküste bei immer stärker werdendem Wind und beobachtete die immer dicker und immer dunkler werdenden Wolken und wie das Land hinter weißen Regenwänden unsichtbar wurde und die neuankommenden Regenwände immer näher an mich heranrückten. Nachdem ich dieses Schauspiel schon mehr als zwei Stunden aus der Luft beobachtet hatte, kam dann der erste Balken wirklich auch gerade auf mich und mein Gebiet zu. Ich ging landen, beim schnellen Schirmpacken begann es zu prasseln... Ich flüchtete ins Auto. Etwa eine halbe Stunde später war der Guß vorüber. Da die nächste Regenwolke nicht unmittelbar bei mir niedergehen würde, startete ich wieder raus und flog nochmals etwa 20 Minuten, wobei es da schon zu eher ständigen Sprühregen in der Höhe kam und der nächste schwarze Balken eben nur noch diese Zeit auf sich warten ließ. Ich landete wieder ein, flüchtete wieder ins Auto und von da an folgte schwerer Regen mit kaum noch Unterbrechungen. Ich fuhr ins Hotel, übernachtete und da die vorhergesagten Windspitzen noch immer nicht mehr als 120 kmh betragen sollten und der Höhepunkt am nächsten Morgen war, fuhr ich an besagtem Morgen lediglich zum nächsten Berg und bestieg den Gipfel mittels einer Gratüberschreitung in seiner vollen Länge. Natürlich restlos und umfassend durchnäßt kam ich von dieser Unternehmung zurück. Die Böenspitzen ließen mich zwar an dem Wind ausgesetzten Gratstellen und im Gipfelbereich einigemale zwischen Felsen kauernd Halt suchen, wären in manchen Augenblicken für einen erwachsenen Menschen vielleicht gerade nicht zum Stehenbleiben geeignet gewesen, aber in der Mehrzahl einfach sehr windiges Regenwetter. ( Unser Zyklon war halt nur Stärke 2-3 und natürlich gibts stärkere, denen man sich nicht schutzlos ausliefern solte ... ). Sehr schön war während des Verlaufes die Winddrehung bis letzlich NW zu verfolgen. Den darauffolgenden Tag war ich schon mit dem Schirm auf diesem Berg, allein der Wind war noch zuviel für mich da oben. Ich stieg zu Fuß wieder ab und wir machten einige Fotos an der Küste, da es dort nun schon ok für Bodenhandling war und der Wind von der "falschen" Seite ja ausgenutzt gehörte. Der zweite Tag nach dem Zyklondurchgang war dann der ideale für die Ausnutzung des "verkehrten" Windes. Nachdem ich zuerst mit noch sehr großen Respekt vor der Windstärke wieder etwas abgestiegen war und aus einer Mittellage startete, konnte ich dann sehr schön die "falschen" Seiten der Berge befliegen. Und wieder stellte sich heraus, daß auch der "falsche" Wind ein sehr homogener war und somit Stärke weniger Rolle spielte. Der Nachmittag brachte dann bei weiter abflauendem Wind sogar einen sehr schönen Flug entlang der südlichen Westküste der Insel. Innerhalb zwei weiterer Tage drehte war der Wind dann wieder in "seine normalen Bahnen" zurück.

Windweiser

In Mauritius werden als Windweiser Tücher verwendet, die man an abgeblühten, verholzten Aloenblütenstengeln anbringt. Wenn der tropische Tiefdruckwirbel ankommt weicht er die Stengel auf und legt die Windweiser in der folge mit Windkraft um.

Wenns dann wieder fliegbar wird sind die Stangen wieder aufgetrocknet und hart, die GS-Piloten kommen, brechen die zerstörten unteren Teile weg und stecken die leicht verkürzten Stangen wieder in die Steinhäufen.

Fluggebiet - Mont sur Mont

Folgend noch der Blick vom SP über die Lagune ( in diesem Fall mit Rückenwind )

Blick vom Mt. Tamarin in Rtg. Fluggebiet Mont-sur-Mont und Le Morne. Der Felsen Le Morne liegt "ins Meer hinausgesetzt" direkt in der Mitte des Bildes, Davor/darunter die Lagune, erkenntlich an ihrer türkisen Färbung. In der Lagune die Insel Ile aux Benitiers. Vom Le Morne den Grat nach links folgend stellt die dunkle Erhebung den Berg Piton du Fouge dar, in dessen Vordergrund der Grat mit dem SP "Mont sur Mont" alias "Petit Moka" verläuft. Das Bild wurde während eines Fluges über dem Mont Tamarin aufgenommen, der weiter nördlich an der Westküste der Insel liegt.

Startplatz "Mont sur Mont" ( auch "Petit Moka" )

Daten: S 20´26.499 E 57´21.842 Höhe 327 über NN

Ausrichtung: West

Beschaffenheit: enger Wiesengrat, geringe Tiefe, geringe Breite, schwierig zu starten

Erreichbarkeit: zu Fuß über 1.100 m Gehweg mit mäßiger Steigung ab dem Parkplatz der touristischen Sehenswürdigkeit "Coloured Earth" erreichbar, mit 4WD direkt befahrbar.

Landemöglichkeit: "Fußballplatz Coteau Raffin" ( gleich unter SP )

Daten: S 20´26.109 E 57´21.286 Höhe 6 über NN

Beschaffenheit: Fußballplatz ..., weiters ziemlich viel offenes Gelände, vor allem Wiesen rundherum, Gefahren durch Kabel/Leitungen und Steine ( Felsfündlinge in Wiesen und Felder )

Erreichbarkeit: Direkt an der Küstenhauptstraße.

Dieser SP - schon in der DHV-Info mit den Koordinaten angegeben ( dankeschön ) war der erste, den ich aufsuchte und auch einer der letzten, die ich nochmals aufsuchte. Er ist auch für erfahrene Piloten leider nur sehr schwierig startbar. Er ist nur eine Leinenlänge plus 2-3 Schritte tief und etwa drei Kappenbreiten breit. Ich fand ihn mit sehr hohem Gras vor, was den Startvorgang zusätzlich erschwert ( Machete mitnehmen angeraten - Macheten erhält man im Metallwarengeschäft oder im Supermarkt für etwa 3 - 5 Euros und kann man auch zu Hause im Garten gut nützen oder vor der Abreise verschenken .. )

Ist der übliche Ostwind vorherrschend, dann ist dort Rückenwind, der direkt an der SP-Kante über einen Dschungelsteilhang abfällt. Setzt sich die Thermik durch oder herrscht überhaupt ein Wind, der dem westl. Spektrum zugeordnet werden kann, dann gibts Wind von vorne. Dieser kommt aber so senkrecht hoch, daß in Bodennähe nur leeiges durcheinander übrigbleibt. Auf Grund der geringen Tiefe des Platzes besteht keine Möglichkeit, den Schirm dann in Startrichtung hochzuziehen. Die erfolgversprechendste Variante des Startens besteht dort in einem seitlichen Aufreissen des Schirmes im rechten Winkel zur Startrichtung ( da ist langes Gras sehr hinderlich, da es die Leinen hält ) und eines gewandten Stabilisierens des Schirmes in der Höhe ( bei 90-gradiger Drehung gegen den Wind ). Ist der Schirm erst mal da oben erhält er auch genug Anströmung und ist der Pilot des Bodenhandlings sicher genug kann er in der Folge mit ein, zwei Schritten über den Dschungelsteilhang hinausstarten. Bei Westwind trägt es unmittelbar ab der SP-Kante. Belohnt wird er durch sehr, sehr schöne Flüge. Etwas schräg gegenüber ist der monolitische Felsberg Le Morne, der direkt vor einem eine Lagunenlandschaft mit eingelagerter Insel ( Ile aux Benitiers ) einschließt. Südlich schließt sich an den Startgrat der Piton de Fouge an, an dessen Steilhängen man die Bäume der Affen anfliegen kann, die sofort wie wild an den Asten zu rütteln beginnen und ihr Drohen mit Quietschen und Grunzen ergänzen. Wenn man Glück hat sieht man riesige Javahirsche in den künstlich geschaffenen Lichtungen der Hänge. In Richtung Norden kann man bis zu den Trois Mountains mit dem Mont du Rempart, dem sogenannten "Matterhorn Mauritius´s" auf Strecke gehen ( der Berg sieht aus einer Blickrichtung dem Original in Zermatt wirklich täuschend ähnlich. ) Die Strecke führt entlang des größten Nationalparks auf Mauritius ( Black River Gorges National Park), des höchsten Berges der Insel ( Pito de la Petite Riviere Noire, 828 m, der aber sein Haupt oft in einer Wolke verbirgt ) und über die Schlucht des Black Rivers.

Fluggebiet - Tamarin Mountain

Blick von Osten ( = Landesinneren ) auf den Gipfel des Mount Tamarin

Die zum Norden hin vorgelagerte Schulter des Berges von der die GPS-Daten stammen

Der Tamarin Mountain vom Süden aus gesehen ( über die Bucht des Petite Riviere Noire ) von einem Streckenflug entlang der südlichen Westküste aus fotografiert.


Blick vom Tamarin Mountain in Richtung Norden. Der unmittelbar dem vorgelagerten Tale folgende Berg ist der Mont du Rempart ( 545 m ), das sog. "Matterhorn von Mauritius“ ( Form bei Sicht aus dem Westen ). Der nächste ( höhere ) Berg, der dahinter nach links versetzt folgt ist der Corps de Garde ( 720 m ), charakteristisch durch seinen abrupten Felsabbruch an seiner östlichen ( rechten ) Seite. Dahinter ( mittig ) ist der Berg Le Pouce ( 812 m ) zu sehen, der als einziger alpenmäßige Anstiegswege und auch einen solchen Startplatz aufweist und der weiter unterhalb ebenfalls beschrieben ist.

Startplatz "Tamarin Mountain" ( auch "Tourelle du Tamarin" )

Daten:

SP-NO-Schulter: S 20´20.825 E 57´22.550 Höhe 477 über NN

SP-Gipfel: ohne GPS-Daten einfach der grasige Gipfel des Berges, siehe folgende Fotos, Höhe 548 über NN

Ausrichtung: Ost, sowie Abweichungen von Ost

Beschaffenheit: wiesige Flächen, teilweise mit Steinen, kleinen Bäumchen, Aloen durchsetzt

Erreichbarkeit: NUR zu Fuß. Der Berg ist leider so gut wie nicht begangen, es gibt daher kaum ausgetretene Pfade. Da es der trockenste Teil der Insel ist und kleinbäuerliche Strukturen rund um Tamarin fehlen, gibt es auch keine Pfade von Ziegen usw. Das Begehen der Grate hat die beste Erfolgsaussicht, die Hänge sind ziemlich undurchdringlich, Das Mitühren einer Machete, sowohl für den Weg als auch für den SP ist anzuraten. ( Macheten erhält man im Metallwarengeschäft oder im Supermarkt für etwa 3 - 5 Euros und kann man auch zu Hause im Garten gut nützen oder vor der Abreise verschenken .. )

Landemöglichkeit: Tamarin Skaterpark / Neubaugebiet Tamarin

Daten: S 20´20.336 E 57´22.833 Höhe 47 über NN

Beschaffenheit: Wiesige Flächen zwischen Buschholzflächen - es kann auch weiter draussen gelandet werden; dort gibt es offene Wiesenflächen, als auch Zuckerrohrfelder. Die Zuckerrohrfelder sind mit einen Feldwegenetz durchzogen, daß einem Spinnennetz gleicht. Dadurch gibt es fast in jede Richtung eine passende Landebahn. Sowohl in den Wiesen, als auch zwischen dem Zuckerrohr sind immer wieder Felsfündlinge verborgen, deren Ausmaß von Faustgröße, Fußballgröße über Hockergröße bis zu Tischgröße reichen kann und allzuoft sind sie sehr gut versteckt und erst im letzten Moment sichtbar !

Erreichbarkeit: Ortsstraße, Wohnstraße, Feldwege, je nachdem.

Die Startmöglichkeiten am Mont Tamarin würde ich als ganz gut bezeichnen. Ich war bei meiner Besteigung durch den zeitaufwendigen Anstieg schon etwas unter Zeitdruck und bin so gleich von der NO-Schulter aus gestartet. Diese lag beim üblichen Schönwetter-Ostwind am Morgen im Seitenrotor eines windmäßig vorgelagerten Grates. Diesen Start kann ich unter solchen Umständen nicht empfehlen. Vielmehr empfehlenswert ist, die restlichen 70 Höhenmeter zum Gipfel aufzusteigen und von dort zu starten. Ich bin in der Folge über den vorgelagerten Grat geflogen und da die windunterstützte Seite am Morgen gleichzeitig die sonnenbeschienene Seite ist konnte ich über dem vorgelagerten Kessel schon zwischen 8 und 9 Uhr thermisch aufdrehen und den Gipfel überhöhen. Der Gipfel hat ziemlich gleiches Gelände wie die Schulter, ist sehr offen und unter den üblichen Verhältnissen von östlicher Seite perfekt angeströmt. Einen dezitierten LP gibt es genausowenig wie einen solchen SP. Man muß sich eben etwas selbst behelfen. Der Berg bietet eine sehr schöne Aussicht und Rundumsicht, aber kaum Anschlußmöglichkeiten für eine Strecke. Obwohl man die Kante dahinter in N-S bzw. S-N-Richtung befliegen kann, wird man vermutlich vom Mt. Tamarin dorthin kaum Anschluß finden. Da der Berg auch noch schwierig zu besteigen ist ( technisch problemlos, nur wegen der verdorrten und harten allgegenwärtigen Gestrüpps in gewissen Bereichen ) wird man fliegerisch dort ziemlich alleine unterwegs sein. Wenn man die anderen schon beflogen hat, kann man mit ihm seine Mauritius-Sammlung ruhig vervollständigen. Und ich bin sicherlich weder der erste gewesen, der von diesem Berg gestartet, noch werde ich der letzte sein, schätze ich.

Fluggebiet - Mont St.Pierre

Mont St.Pierre – vor allem mit den Startbereichen von oben gesehen.

Die Luftaufnahme eines oberhalb beschriebenen erschlossenen Neubaugebietes - in diesem Fall das des Ortes Bambous an der mittleren Westküste unterhalb des Berges Mont St. Pierre


Blick vom Flug über dem Mont St.Pierre auf die Fischzucht am hinteren ( östlichen ) Ende des La Ferme Reservoire.

Startplätze

Mont St.Pierre - Gipfel: S 20´15.772 E 57´25.669 Höhe 427 über NN

Mont St.Pierre - westl. Vorgipfel: S 20´15.852 E 57´25.621 Höhe 420 über NN

Ausrichtung: Nord(west), Süd(west), West auch, nur Ost eigentlich nicht.

Im Bedarfsfall ( Starkwind ) kann an diesem Startberg auch ziemlich mühelos nach weiter unten zum Starten ausgewichen werden.

Beschaffenheit: wiesige Flächen, teilweise mit Steinen, kleinen Bäumchen, Aloen durchsetzt, die hier bedeutungsloser sind, als an anderen Startplätzen.

Erreichbarkeit: NUR zu Fuß, am besten vom Dorf Bambous aus.

Fußwegbeginn: S 20´15.837 E 57´25.645 Höhe 157 über NN

Der Berg ist von Einheimischen ziemlich gut begangen und genutzt und somit gibt es eine Menge Steige und Pfade. Auch ist er sehr offen und machen so Gestrüpp und Unterholz einem kaum zu schaffen. Ein Felsband kann leicht umgangen werden und ist von Pfaden umgeben.

Landemöglichkeiten:

Bambous Neubaugebiet ( bei eher südlicher Anströmung ) S 20´15.980 E 57´25.330 Höhe 183 über NN

La Ferme Reservoir Ufer ( bei eher nördlicher Anströmung ) S 20´15.607 E 57´25.496 Höhe 138 über NN

Das gesamte bergseitige Ufer dürfte ohne weiteres belandbar sein - ich landete an zwei verschiedenen Stellen.

Beschaffenheit: Die mit Asphaltstraßen erschlossenen Neubaugebiete kann man schnell mal wo in Mauritius finden. Bequem mit dem Auto hinzufahren, bequem einzulanden, lediglich auf bereits installierte Straßenbeleuchtung und Leitungsversorgung derselben ist zu achten. Es ist halt dieser Tip nur von temporärem Nutzen, da ja irgendwann dort Häuser mit Vorgärten etc. stehen werden ... aber dann wird vermutlich gerade die Acker- oder Wiesenfläche daneben in diesem Erschließungsstatus stehen und sich anbieten - aus der Luft kann mans ja schön erkennen. Das Ufer des La Ferme Reservoir ist lang, steinig, nicht allzu breit, weiter hinten ( östlich ) in eine schöne offene Wiesen mündend, lediglich fallweise von Ziegen oder Kindern begangen und bietet sich so als Landestreifen ganz gut an. Weiter draussen im Facheren gibts natürlich noch die in den Vorkapitalen schon beschriebenen Zuckerrohrfelder in ihren riesigen Ausmaßen mit ihren Vorzügen und Nachteilen ...

Erreichbarkeit: Ortsstraße, Wohnstraße, Feldwege, je nachdem.

Die Startmöglichkeiten am Mont St.Pierre sind sehr umfassend und eigentlich gibt er nur nach Osten hin keinen Sinn und zwar aus zweierlei Gründen: erstens wegen des Startens und zweitens, da er sich hier sehr im Lee des wesentlich höheren Corps de Garde ( 720 m )befindet. In alle anderen Richtungen würde ich ihn als sehr einfachen Berg bezeichnen. Es wird von diesem Berg auch von einheimischen Piloten des öfteren gestartet - eine Menge Windweiser am Gipfel und am Grat sind Zeugen dafür. Die einfache Besteigung, gute Zufahrt bis zum unmittelbaren Fuß des Berges und geringe Besteigungshöhe dürften eine Rolle spielen. Laut Angabe der einheimischen Piloten ist der Berg bei windlosen thermischen Verhältnissen ein sehr guter Thermikofen. Vorstellen kann man sich das durchaus, wir erlebten halt fast nur windige Tage, und dort einen stundenlangen Flug im "verkehrten" Wind nach dem Zyklon. Wenn man an der Westküste wohnt eignet er sich auch ganz gut für den Morgensport.

Fluggebiet – Le Pouce

Der Le Pouce - Wo ? - Um 6 - 7 Uhr morgens versteckt er sich noch hinter dem Steigungskondensat in der Mitte des Bildes, doch keine Angst - eine Stunde später ist die Kondensationsbasis schon über dem Gipfel ...

Anstieg auf den Le Pouce - das Bild zeigt einen Teil des Weges ( wo er duch das Felsband führt ( Zusammenhänge am nächsten Bild deutlich erkennbar )

Le Pouce - der Berg "als ganzes". Der Weg ( von der Moka aus ) ist hier recht deutlich erkennbar, führt von etwas rechts von der Mitte des unteren Randes des Bildes zur linken Kante des Berges ( niedrigster Punkt des Felsbandes ) und dann oberhalb desselben nach rechts bis zu der nasenförmigen Terasse des Berges, die auch den SP bildet. ( Von dort sinds etwa 100 Hm zum Gipfel, wer will ... )

Le Pouce - Blick über den Gipfel des Le Pouce ( Gipfelweg deutlich erkennbar ) auf die Hauptstadt der Insel Port Louis, den dahinterliegenden Hafen und das Meer.

Startplätze

Le Pouce SP Ost: S 20´11.965 E 57´31.794 Höhe 714 über NN

Le Pouce SP Nord-Ost: Keine GPS-Daten, unweit des Ost-SP, praktisch am gleichen Hang etwas nördlich, etwas oberhalb, vom Gipfel ( 812 m ) deutlich einzusehen, vom Ost-SP über einen Pfad durch Buschwerk erreichbar

Ausrichtung: Ost, durch Vorragen auch in etwas südlich bzw. nördliche Richtung abweichende Ostausrichtung.

Beschaffenheit: klassischer SP, reine Wiesenfläche ohne Hindernisse leicht abfallend zu einer "relativ runden" Kante, dort in leicht bewachsenen Felssteilhang übergehend. Der SP ist als leicht zu bezeichnen, wenngleich ein Startabbruch nach der Kante natürlich unmöglich ist. Der SP ist trotz seiner Terassenförmigkeit auch sehr leicht zu belanden. Wenn man die Aussicht mit einbezieht, den relativ einfachen Start, die Toplandemöglichkeit, dann könnte es vielleicht der schönste SP auf Mauritius sein. Der Meerblick entfällt allerdings, da er ins Landesinnere gerichtet ist.

Erreichbarkeit: NUR zu Fuß, entweder von der Hauptstadt Port Louis durch das Valley du Pouce über einen schönen Wanderweg, der jedoch mindestens 700 Höhenmeter zu Fuß abverlangt und auch sehr weitläufig ist. Oder von Moka ab einer Höhe von bereits 367 über NN ( Fußwegbeginn: S 20´12.459 E 57´31.612 ) innerhalb von weniger als einer Stunde begehbar. Der Weg führt von obigen Koordinaten zuerst durch Zuckerrohrfelder an die linke ( westliche ) Flanke des Berges, dann in leichten Serpentinen durch den Dschungel und sehr nett durch das Felsband ( Foto ), wo er dann mit dem Weg aus Port Louis zusammentrifft. Oberhalb des Felsbandes bis zum SP führt er über Wiesen und durch Buschwerk ( Foto). Wenn ein Berg in Mauritius bestiegen wird, dann offensichtlich der Le Pouce. Dementsprechend ausgeprägt und ausgetreten ist der Anstieg zum SP und weiter zum Gipfel. Er wird von beiden Seiten gleichermaßen begangen, wobei sich die Wege an einem Sattel auf etwa 600 m über NN treffen und dann als ein Weg zum SP und weiter zum Gipfel führen. Die Anstiege auf den Le Pouce sind die einzigen, die Wegen in den Alpen sehr stark gleichen, wenngleich sie natürlich nicht nur über Wiesen ( oberer Bereich ), sondern auch durch Dschungel ( mittlerer Bereich ) führen. Insgesamt sind sie sehr schön zu begehen, bieten wunderbare Aussicht und sind für Bergwanderer mindestens so interessant wie für GS-Flieger.

Landemöglichkeit

Moka S 20´12.459 E 57´31.612 Höhe 367 über NN

Beschaffenheit: An dem unterhalb beschriebenen Abstellplatz für KFZs gibt es eine Menge Feldwege durch die Zuckerrohrfelder in praktisch fast jede Richtung. Auf einem dieser Wege einlanden. Dazu sollte man in der Lage sein. Doch Achtung, wenn man die Straße nicht trifft: In den Zuckerrohrfeldern sind zwischen dem Zuckerrohr immer wieder Felsfündlinge verborgen, deren Ausmaß von Faustgröße, Fußballgröße über Hockergröße bis zu Tischgröße reichen kann und allzuoft sind sie sehr gut versteckt und erst im letzten Moment sichtbar !

Erreichbarkeit: Der Einstieg zum Le Pouce ist der einzige, der bereits an einer überregionalen Straße ( der A7 - Quatre Bornes / Rose Hill nach Centre de Flacq ) im Gebiet der Gemeinde Moka durch Straßenwegweiser angeschrieben ist. In der Folge führt eine lange, absolut gerade und ebene Asphaltstraße durch ein Wohngebiet, bis nach rechts ( ebenfalls wieder beschildert ) eine Nebenstraße ( Schotter ) in die Zuckerrohrfelder führt. Dieser ( ebenfalls geraden und genau auf den Berg / SP ) zulaufenden Straße solange folgen, bis sie in eine Vergabelung mit mehreren Feldwegen mündet. Dort gibt es Abstellmöglichkeit für einige KFZs.

Le Pouce - Blick über den Gipfel des Le Pouce ( Gipfelweg deutlich erkennbar ) auf die Hauptstadt der Insel Port Louis, den dahinterliegenden Hafen und das Meer.

Der Le Pouce bietet am Morgen schon zwischen 7 und 8 Uhr bei dem üblichen Ostwind die Möglichkeit, den SP soarenderweise zu überhöhen. Um 9 Uhr war die Thermik des Inselinneren schon so ausgeprägt, daß Fliegen über den Kesseln und Flachteilen der Insel gut möglich war. Vom Le Pouce aus stehen sowohl in südliche Richtung, als auch in nördliche sehr schöne Streckenmöglichkeiten zur Verfügung, wahrscheinlich die schönsten der Insel überhaupt, auf jeden Fall die besten der Westküste. Die umgebenden Bergformen sind mitunter sehr beeindruckend - vor allem der Berg "Pieter Both" erstaunt durch seine Gipfelform. Vergleiche auch die folgende Gebietsbeschreibung "Long Mountain" - es handelt sich praktisch um ein Gebiet ( rund um die Hauptstadt Port Louis ), das von SP Le Pouce bzw. vom SP Long Mountain lediglich von zwei entgegengesetzten Seiten angegangen werden kann.

Fluggebiet – Long Mountain

GS-Flieger überm Tale vorm Long Mountain. Am rechten Rand der optische Leckerbissen Pieter Both - noch recht klein als höchster Randpunkt der Bergkette ...

Pieter Both - im Anflug auf den wohl markantesten Berg der Insel. Entweder als Wegpunkt eines Streckenfluges vom Long Mountain aus, oder als Genußflug dorthin und zurück, ist er allemal einen Besuch aus der Luft wert.

Dem Pieter Both ins Gesicht geblickt ... :-))

Startplätze

Long Mountain SP 260 : S 20´09.083 E 57´33.197 Höhe 260 über NN

Long Mountain SP 210 : S 20´09.035 E 57´33.224 Höhe 210 über NN

Ausrichtung: N-NO, auch NW möglich, sehr günstige örtliche Startaufwinde, teilweise nicht den überregionalen Strömungen entsprechend. Günstigste Wettervoraussetzung: schwachwindig, trocken.

Beschaffenheit: Startkante, die sich als markante Rippe den Hang hinaufzieht. Zwischen LP und SPs praktisch fast überall startbar, je nach Windstärke, einige Stellen durch Bewuchs und/oder Steine ungünstig, in der Regel aber Wiesenfläche, ziemlich hindernisfrei. Die ausgeprägten SPs in 200-220 m über NN und in der Folge in etwa 250 - 270 m über NN sind gut benutzt und dementsprechend kommt dort außer kurzem Gras nichts vor. Die Hangkante geht nach seitlich/unten in ein nicht allzu steil abfallendes Wiesengelände mit kleinen Schrofen und manch niedrigem Bewuchs über. Insgesamt der wahrscheinlich "beste" SP der Insel, von der Beschaffenheit UND Erreichbarkeit her gesehen.

Erreichbarkeit: Der LP mit "jedem" Auto bei etwas vorsichtiger Fahrweise über Asphaltstraße - asphaltierter Nebenstraße - Feldweg. Der SP 210 mit 4WD bzw. Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit über Wiesenweg am Hang, der SP 260 dann nur noch über ausgetretenen Gehweg.

Landeplatz

Long Mountain LP 132 : S 20´08.928 E 57´33.353 Höhe 132 über NN

Beschaffenheit: Wiesengelände am Hangfuß, auf dem Autos abgestellt werden. In die gesamte Startkante kann ziemlich einfach eingelandet werden, in den wiesigen Hangfuß ebenfalls. Es befinden sich anschließend Gemüse- bzw. Zuckerrohrfelder. In allen diesen Feldern und auch in Wiesen mit hohem Gras sind zwischen dem Bewuchs immer wieder Felsfündlinge verborgen, deren Ausmaß von Faustgröße, Fußballgröße über Hockergröße bis zu Tischgröße reichen kann und allzuoft sind sie sehr gut versteckt und erst im letzten Moment sichtbar !

Erreichbarkeit: Mit "jedem" Auto bei etwas vorsichtiger Fahrweise über Asphaltstraße - asphaltierter Nebenstraße - Feldweg, und zwar so: In Terre Rouge ( wo sich die M2 und die A2 beinahe treffen ( zwei Kreisverkehre in einem Abstand von vielleicht 100 - 200 m ) ) auf die A2 in Richtung Centre de Flacq wechseln. Von dort aus auf der A2 in Richtung Norden ( Richtung Centre de Flacq ) weniger als einen Kilometer weiterfahren bis die B19 in Richtung Valton abzweigt. Dieser Straße bis in den Ort Notre Dame folgen ( 3-4 km ). Im Ort Notre Dame befindet sich an der linken Straßenseite ein Gemischtwarenhändler völlig in dunkelrot gehalten ( Achtung: der könnte sein Haus übermalen ... ), wobei die B19 eine leichte Rechtskurve macht. Am Ausgang dieser Rechtskurve zweigt direkt hinter einem Gebäude an der Hauptstraße mit 90gradigem Winkel eine sehr schmale, anfänglich ganz gerade Asphaltstraße in ein "Agrar/Wohngebiet" ab. Dieser folgen bis sie etwas kurvig wird und durch eine Bachsenke führt. Dort zweigt wieder nach rechts ein Feldweg ab, der direkt und ziemlich ohne Richtungsänderung an den LP führt. Die SP-LP-Kante des Long Mountain ist schon von Weitem als solche für ein GS-Flieger-Auge erkennbar, und hebt sich in seiner Grasbeschaffenheit deutlich vom Buschbewuchs des restlichen Berges ab.

Der Einstieg in die Streckenrouten der Westküste der Insel von den Long-Mountain-SPs aus entspricht wohl am ehesten den Thermikfliegen in den Alpen. Ähnlich wie bei uns zeigen sich Ablösen am Vormittag, beginnt es zu tragen um Mittag, ist es eher turbulent am frühen Nachmittag, aber ab etwa Mitte Nachmitag bis zum Sonnenuntergang ist es dann sehr oft das, was man vermutlich "Magic Air" nennt - nahezu überall trägts, die Aufwinde sind so ruhig wie ich es sonst nur bei Umkehrthermik überm Meer erlebt habe. Mir scheint auch, daß der übliche Ostwind möglicherweise die Luft dieses Beckens "aushebt", oder eine Konvergenz mit der thermischen Ansaugung aus dem Westen / Nordwesten bildet. Es scheint am Nachmittag eine sehr lohnende Fliegerei dort zu sein. Möchte man etwas weiter rumfliegen als zum "Pieter Both", der sich als optischer Leckerbissen in nicht allzu weiter Entfernung darbietet, sollte man schon am frühen Nachmittag starten. Ein Gebiet, daß thermisch so aktiv ist, wie das am Long Mountain hat natürlich auch seine Nachteile und zwar dann, wenn die Zufuhr ( überregionaler ) feuchter Luft stattfindet. Dann stehen dort schon um elf sehr schwarze Wolken, die ein bis zwei Stunden später bereits abregnen, sich wiederholt schwarz auftürmen und wieder abregnen ... Dann ist Long Mountain nicht geeignet, dann sucht man besser einen Berg im jeweiligen Luv der Insel aus, wo die Luft erst zum ersten Mal zum Steigen gezwungen wird und von der Inselfeuchtigkeit noch nicht "nachgefüttert" werden konnte. Bei uns war das in der Regel im Osten – die Beschreibung desselben folgt unterhalb.